WMSA 2016 – Finale

Finale beim Wintermantel-Sewalong 2016! Nachdem ich nach meinem ersten Post zur Inspiration die zwei Treffen (Schulterpolster und Schnittentscheidung) mangels Fortschritt (ok, eher mangels irgendwas) verpasst habe, habe ich wieder aufgeholt und kann präsentieren: meinen fertigen Mantel! Über Futter und Schulterpolster habe ich beim letzten Post geschrieben. Die Polster sind recycelt aus dem missratenen Weihnachtskleid 2015 (von dem ich überlege, ob ich mir eine bessere, tragbare Form für den diesjährigen WKSA16 vornehmen soll).

Ich habe den Burda-Schnitt 7458 gewählt, vermutlich einfach, weil ich ihn seit dem letzten Mantel-Sewalong auf meiner heimlichen inneren ToDo-Liste habe. Den dafür damals eingekauften Wollstoff habe ich vorgewaschen und mit dem letzten Rest des wasser- und winddichten Linings vom grauen Mantel gedoppelt und diese Teile anschließend wie eins verarbeitet.

Heute zeige ich noch Details zu meiner Paspel-Knopfloch-Entscheidung – ich liebäugle nämlich schon eine Weile mit dreieckigen Knopflöchern. Nach zwei Test-Löchern war ich dann klüger: erstens, was die Fertigung ohne komische Falten im breiten Bereich angeht (genug Stoff falten, nicht zu knapp am Loch umklappen!), zweitens dass es dann eine Lage mehr Stoff werden würde. Und nachdem ich keine Beulenpest an meinem Mantel wollte (auf dem Beleg musste ja auch noch eine zusätzliche Stoffschicht unterkommen), wurden es jetzt eben doch die klassischen Paspelknopflöcher. Nach dem Auftrennen einiger Nähte (wer nicht trennt, näht ja nicht richtig, oder? von rechts mit den offenen Kanten festgenäht, Loch gestochen, Y-förmig eingeschnitten, gewendet, Dreieckszipfel und Paspeln zusammengenäht, gebügelt, schließlich mit dem Beleg-Loch durch Handstiche verbunden. Da gefällt mir jetzt die linke Seite nicht so gut – aber was solls, sieht ja im angezogenen Zustand niemand. Innen habe ich noch ein genähtes Knopfloch angebracht.

Nachdem ich zuerst braun eingefärbte Perlmutt-Knöpfe verwenden wollte (von denen ich aber nur 5 hatte), war ich (ohne Stoffprobe) noch andere Knöpfe einkaufen und fand einen schönen Lederknopf. Und er passt farblich perfekt!

Gesäumt und das Futter an den Saum genäht habe ich komplett von Hand. Warum sind Handnähte eigentlich immer die, von denen es am meisten gibt bzw. die am längsten sind?

Die Markierungen für die vordere Mitte und die Streifen vom Heftfaden-rausziehen sind noch nicht weggemacht für die Fotos – das nutzt sich beim Tragen ab (oder so). Mit der Passform bin ich sehr zufrieden und ich bin froh, noch beweglich, gelenkig und jung genug zu sein, um den Mantel mit der nicht-mittigen Knöpfung ohne Zofe selbst an- und ausziehen zu können.

Seht selbst (leider war die Tage keine bessere Fotogelegenheit da, daher Spiegelbilder mit Rückenlicht):

Und jetzt verlinke ich das hier auf dem MeMadeMittwoch und bin gespannt auf die Anderen Ergebnisse dort! Ein kleines bisschen Angst habe ich ja davor, dass meine Wunsch-To-Do-Ideen-Liste noch weiter ins uferlose wächst – ich krieg das alles gar nicht umgesetzt was ich gern würde…

Vielen Dank trotzdem (oder genau deswegen?!) an das MeMadeMittwoch-Team, ohne das es weder den WMSA noch den Zugzwang meinerseits, anzufangen und fertigzuwerden gegeben hätte!

Schnitt: Burda 7458 Gr. 42 Stoff: Woll-Webware Gaby in haselnuss (via aktivstoffe), Knöpfe: Leder

 

Categories: Genäht

10 comments

  • Martina

    Mir gefällt dein Mantel rundum. Du hast dich also auch an die Paspelknopflöcher gewagt und dann noch so viele. Der Schnitt ist echt toll, kommt auf meine Liste. Die asymetrische Knöpfung war ja auch bei meinem Mantel ein Ausschlag für das Schnittmuster.
    Liebe Grüsse Martina

  • Zuzsa

    Ein schöner Mantel mit tollen Details! Deine Dreieckpaspellöcher sind ja mal cool! Besonders gefällt mir die schöne Auschnittpartie des Mantels. Lg, Zuzsa

  • Silke

    Der asymetrische Verschluß deines Mantels ist schon etwas besonderes,schaut sehr schick aus. Und deine dreieckigen Knopflöcher sind ne echte Herausvorderung, ich kann mir vorstellen, dass man dabei sehr genau arbeiten muß, um es halbwegs gerade hinzubekommen. Viel Freude an deinem Mantel wünscht
    Silke

    • Christine

      Das ist eigentlich gar nicht schwer, aber man hat eben mehr Stoff in der Zwischenlage als beim normalen Paspelknopfloch, darum habe ich mich dagegen entschieden.

    • Christine

      Vielen Dank, so kompliziert habe ich es eigentlich nicht empfunden-und es hat trotz meiner üblich faul/schlampigen nicht-zeichnen-sondern-nur-stecken-und-drauf-los-nähen-Methode prima funktioniert! Nur Mut, das ist kein Hexenwerk!

  • Barbaara

    Liebe Christine, ich finde Deine Paspelknopflöcher sehr gut gelungen (Und den restlichen Mantel natürlich auch!) Über die dreieckigen Paspelknopflöcher gab es in einer der letzten FashionStyles mal ein Tutorial, leider habe ich die Ausgabe gerade nicht gefunden, aber ich schaue noch mal nach. Wobei ich sie, wenn ich ehrlich bin, nicht so schön finde wie die normalen Paspelknopflöcher. Und auch die Öffnung im Beleg ist doch super gelungen und nicht zu schmal! Perfekt dein petrolfarbenes Futter- sicher hast Du viel Freude an deinem MAntel!
    LG Barbara

    • Christine

      Das ist ja witzig, das es das parallel gab. Ich habe eine Anleitung im Netz gefunden, die ist im Post vom vorletzten Treffen (Futter) verlinkt gewesen. Irgendwie sah es für mich beim Fremdmantelbeispiel logischer aus, wenn das Paspelknopfloch von links quasi gleich aussieht wie von rechts-das tut es bei mir halt nicht. Ich kann damit Leben (bzw. bin viel zu bequem das jetzt aufwendig umzuändern), merke es mir aber fürs nächste Mal!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.