Meine Nähmaschine – Pfaff performance 5.0

Marja Katz sammelt Erfahrungsberichte zu Nähmaschinen

… und auch greenfietsen möchte eine Sammlung aufbauen.

Anschaffung und Folgekosten

  • Welches Modell hast Du, welchen Preis hatte Deine Nähmaschine und wann hast Du sie gekauft?

Ich habe die PFAFF performance 5.0 Ende 2013 nach ca. 10 Jahren als Ersatz/Nachfolgerin für meine PFAFF expression 2034 gekauft. Da es ein Vorführmodell war, habe ich nicht den Neupreis bezahlt, aktuell werden die Maschinen um 1500 Euro gebraucht gehandelt.

  • Findest Du das Preis-Leistungs-Verhältnis angemessen?

Ich bin und war begeistert von Pfaff – ja. Bei „meinem“ Nähzentrum sind mehrere Stunden 1:1 Schulung/Einlernen auf der eigenen Maschine im Kaufpreis inbegriffen. Damit sind sie sicher nicht so günstig wie Onlinehändler, bieten aber auch mehr.

  • Welche Eigenschaften waren für Dich ausschlaggebend für die Kaufentscheidung?

Meine Erfahrungen auf den Pfaffs meiner Mutter und Großmutter und die 10 glücklichen Jahre mit der expression 2034, hier insbesondere der Obertransport, Knopflochfunktionen, Nadel-unten-Funktion, Zierstiche und Schrift. Außerdem die Möglichkeit zum Ausprobieren verschiedener Modelle, der Service und das Einlernen sowie ständig verfügbare Ansprechpartner bei Nachfragen im Nähzentrum. Ausschlaggebend für den Umstieg war letztendlich die andere Technik beim Knopflochnähen (auf beiden Seiten Geradstich rückwärts und die Raupe im Zickzack dann vorwärts. Da beide Raupen „gleich“ gefertigt werden, sind sie nun auch „gleich“). Weitere tolle Features, die „neu“ für mich sind: Unterfadenwächter, Sicht auf den Unterfaden, Abschneidefunktion, wesentlich komfortablere Zierstich- und Buchstabenfunktionen, das tolle helle LED-Licht und der sehr große Raum rechts der Nadel (beim blauen Quilt schmerzlich vermisst, beim grünen Quilt sehr genossen). Was auch absiolut genial ist, ist dass man den Nähfuß nciht mehr per Hebelchen hochheben muss (oder kann), um ein Teil drunter zu wenden. Bei Nadel-unten hebt sich der Nähfuß automatisch, lässt sich um eine weitere Stufe per Taste anheben (braucht man z.B. beim Reißverschluss-Zipper unterm Fuß durchziehen).

  • Wieviel Zubehör wird mitgeliefert und wie teuer ist ein eventuelles Nachrüsten von Zubehör, z.B. Nähfüßchen?

Je nach Funktion kosten Nähfüßchen um die 15-20 Euro. Dabei waren alle essentiellen Dinge wie Öl, Reißverschluss- und Knopflochfuß, ein verstellbarer Kantenfuß usw. viele andere Füße habe ich außer beim Einlernen nie genutzt. Der Metallbügel als Abstandshalter war noch im Einsatz. Ich konnte Füße der „alten“ Maschine weiterverwenden. Was ich bisher nicht kannte (warum eigentlich?) ist ein einfaches Plastikteil mit zwei unterschiedlich dicken Seiten, mit dem man toll über „Hubbel“ drüberkommt (z.B. Jeansnaht). Total simpel und so effektiv!

  • Wieviel Zubehör gibt es insgesamt für Deine Nähmaschine, welches davon hast Du und welches davon nutzt Du am meisten? Welches möchtest Du unbedingt noch anschaffen?

Gefühlt gibt es unendlich Zubehör, brauchen tut man es seltenst. Ich habe schon für die expression 2034 eine Zwillingsnadel und einen Rollsaumfuß (oder war es der Schmalkantenfuß?) extra gekauft, beides aber wenig genutzt. Besonders toll finde ich, dass die ganzen Füßchen sehr einfach zu wechseln sind, das spart Zeit und Gefummel und dadurch Nähfrust. Neu hinzu kommt jetzt ein Paspelfuß und einer für nahtverdeckte Reißverschlüsse, weil mir das Gebastel mit dem Prym-Paket nach einem Mal ausprobieren zu doof ist. Außerdem habe ich einen größeren Anschiebetisch (unter 100 Euro). Was ich immer zusätzlich gekauft und gebraucht habe, waren mehr Unterfadenspulen, ich mache die halt immer voll und bewahre sie mit der entsprechenden Garnfarbe gemeinsam auf. Vermutlich habe ich einfach zuviele Farben.

  • War Deine Nähmaschine schon einmal kaputt? Kannst Du eine Aussage darüber machen, ob die Reparatur- oder Wartungskosten hoch sind (z.B. aufgrund aufwendiger Elektronik)?

Nein, die Maschine ist gesund und munter. Mittlerweile benutze ich ab und zu ein Druckluftspray und ansonsten wird ab und zu geölt. Außer Stichplatte (und Spulenkapsel) entfernen habe ich sie aber nicht geöffnet/geölt/gereinigt. Man merkt, dass es mal wieder nötig ist, wenn die Fussel alles so zugesetzt haben, dass sie Stoff frisst.

  • Wo würdest Du Dein Modell einordnen (Holzklasse, Mittelklasse, Luxusklasse) und für wen würdest Du es empfehlen (Anfänger, Fortgeschrittene, Profi)

Luxusklasse, die jedoch für Alle geeignet ist. Ich finde ja immer, dass ohne vernünftige Ausrüstung insbesondere der Einstieg keinen Spaß macht – egal ob das Skifahren, Computerprogramme oder Nähen ist gilt doch Qualität=Spaß. Nichts ist schlimmer, als sich über Fehlstiche, krumme Nähte, nicht machbare Projekte (weil zu dick oder so) oder unverständliche Bedienung zu ärgern (oder nie zu wissen, ob es an einem selbst oder an der Ausrüstung liegt), wenn es doch auch anders geht. Kleinigkeiten wie die Nadel-unten-Funktion oder den Abschneider vermisse ich schnell an anderen Maschinen.

Praktikabilität

  • Wie groß und wie schwer ist Deine Nähmaschine?

Müsste ich messen und wiegen. Diese Info gibt es für Interessenten aber bestimmt online. Es gibt sicher kleinere und leichtere, die älteren sind aber viel schwerer. Ich finde sie perfekt für meine Zwecke, habe aber mittlerweile auch einen festen Standort und reise nicht viel damit. Sie ist relativ breit, aber irgendwoher muss der Raum ja kommen.

  • Kommt Deine Nähmaschine für einen Auf- und Abbau bei flexiblen Arbeitsplätzen in Frage oder ist sie eher für feste Arbeitsplätze geeignet?

Beides möglich, außer Stecker raus/rein und Haube drüber ist nichts zu tun. Ich habe sie außer Haus allerdings immer im Originalkarton transportiert, schien mir das Sicherste.

  • Wie aufwendig ist Abbau/Verpackung/Transport für gemeinsame Nähkränzchen?

Siehe oben, kein Problem. Insbesondere, dass das Zubehör in/an der Maschine untergebracht ist, ist toll.

  • Lässt sich die Nähmaschine gut reinigen oder kommst Du an einige Stellen gar nicht heran?

Stichplatte lässt sich gut ausbauen, außer reinpusten und ölen habe ich nie was gemacht.

  • Wie ist die Helligkeit der Beleuchtung?

LED. grandios. Man kann auch ohne zusätzliche Beleuchtung gut nähen, ich mache trotzdem immer meine LED-Lupenlampe an, wenn ich im Nähzimmer sitze.

  • Wie laut ist die Maschine?

Wenn sie wieder Öl braucht, lauter als frisch gewartet 😉 Ich finde sie nicht besonders laut, empfinde sie deutlich leiser als die expression 2034 (und als die alten sowieso) das hängt aber wie immer stark von der Unterlage ab.

  • Ist die Maschine intuitiv bedienbar?

Ja! Zumindest für digital natives absolut logisch aufgebaut bzw. mit Anleitung/Einweisung machbar (Menüs mit 1.4.7. usw.).

  • Ist die Bedienungsanleitung ausführlich genug?

Ja, ich habe bisher immer alles herausgefunden, was ich wissen wollte. In Zeiten von google und youtube dürfte das aber auch nicht mehr so wichtig sein, ich weiß gar nicht, ob ich die nach dem Kauf je wieder rausgezogen habe.

  • Kann man die Nähmaschine auch ohne Pedal bedienen?

Mit dem Handrad und mit einem Kniehebel. Man kann den Touchscreen auch ohne den extra Stift bedienen und per „Play“-Taste programmierte Abläufe starten (Unterfaden spulen, Zierstichfolgen, Texte,…)

Näheigenschaften

  • Welche Nähmaschine(n) hattest Du bisher? Wie schätzt Du Deine Maschine im Vergleich dazu ein?

Ich habe davor auf Omas/Mamas Pfaff synchromatic (1215?) genäht und nähen gelernt. Jede neuere Pfaff bringt neben altbewährtem (Obertransport) viel neuen Comfort mit. Mein Eindruck war, dass die expression 2034 viel mehr Verstellmöglichkeiten (z.B. Nadel re/li, Zierstiche, Spiegelungen, Nadel-unten-Funktion, mehr Knopflöcher, Schriftzug,…) gibt, dass sie leiser ist und sauberer näht und mehr „packt“. 10 Jahre Entwicklung bei Pfaff haben dann weitere tolle Dinge wie Unterfadenwächter, Abschneider, Kniehebel usw. gebracht. Absolutes High-End-Luxus-Gerät!

  • Wie oft nähst Du? Was nähst Du hauptsächlich und findest Du Deine Nähmaschine dafür ungenügend, perfekt ausreichend oder etwas oversized?

Ich nähe mehrmals pro Woche, oft täglich. Es gibt Zeiten, wo es deutlich mehr ist, aber auch Zeiten, wo die Maschine 4 Wochen verwaist. Ich finde die Maschine perfekt dafür, habe aber nicht alles genutzt (wer tut das bei der Fülle schon). Für andere Materialien (elastische (Strick-)Stoffe habe ich noch Overlock und Coverlock, wobei ich bisher kein Teil ganz ohne „normale“ Nähmaschine genäht habe.

  • Welches Feature fehlt Dir für Deine Näharbeiten und auf welches Vorhandene möchtest Du auf gar keinen Fall verzichten?

Saubere, bessere Knopflöcher, der Obertransport genau wie die Nadel-unten-Funktion sind für mich unverzichtbar und werden schnell vermisst, wenn ich anderswo auch nur kurz was nähe. Der Unterfadenwächter ist einfach genial, die Abschneide-taste wird die am schnellsten abgenutzte sein… Das Einzige, was „kein Mensch braucht“ ist der Dauer-Rückwärts-Stich. Wer weiß, wozu das gut ist, bitte melden!

  • Hat Deine Nähmaschine Features, die Du für unsinnig hältst?

Sie hat Zierstiche und Gebrauchsstiche, die ich selten oder nie verwendet habe. Dass ich ein russisches Alphabet habe. Stört mich aber auch nicht 🙂

  • Welche Knopflochfunktion(en) hat Deine Nähmaschine und bist Du damit zufrieden? Was könnte besser sein?

Man kann mehrere Arten Knopflöcher nähen, ich bin durch neue Technik in der Ausführung sehr sehr zufrieden damit.

  • Potentielle Problemzonen
    • Wie näht Deine Nähmaschine enge Rundungen?

Ich hatte nie Probleme.

    • Ist das Stichbild sauber, auch bei sehr dickem Nähgut oder sehr schnellem Nähen?

Ja, man kann damit sogar Lederschuhsohlen nähen.

    • Ist der Stofftransport gerade und gleichmäßig, auch wenn Du den Stoff nicht aktiv führst?

Ja, IDT sei Dank. Bei sehr großen teilen und sehr komplizierten Stichen (mit Seitwärtsverschiebung etc.) helfe ich mit, indem ich den Stoff entlaste.

    • Ist ein sauberes Nähen an Stoffkanten möglich, ohne dass sich die Naht oder der Stoff zusammenzieht? (Nahtanfänge, versäubern)

Hängt vom Stoff ab, in der Regel ja. Wenn sie mal Stoff gefressen hat, würde ich das eher auf einen fälligen Nadeltausch schieben als auf die Maschine.

    • Werden elastische Stoffe problemlos genäht oder wellt der Stoff?

Problemlos, ist aber eben kein Vergleich zu einer Overlock.

    • Wie ist die Kontrolle über Nähgeschwindigkeit? Ist sehr schnelles oder sehr langsames Nähen (Stich für Stich) möglich?

Ja, sehr gut dosierbar und mit der Nadel-unten-Funktion sehr komfortabel, außerdem kann man glaube ich einen Langsamgang wählen (hab ich noch nie gebraucht). Ich war bisher immer Barfuß-Näher, das neue Pedal (breiter als bei der expression 2034) ist aber selbst mit Bergstiefeln noch toll zu dosieren.

    • Bei welchen Nähfragen kommst Du an die Grenzen Deiner Nähmaschine? Was funktioniert überhaupt nicht?

Ich habe noch nichts entdeckt außer zu hohe Sachen (means 9 Lagen Canvas plus Einlage und eine Lage SnapPap). Und das geht dann mit ein bisschen per Hand kurbeln.

Wie ist Dein abschließendes Gesamturteil in Kurzform? Auf einer Skala von 1 bis 5 – wieviel Sterne würdest Du Deiner Nähmaschine geben und warum?

Ich gebe 5 Sterne. Die Maschine ist perfekt mit allen anderen, die ich kennen und nähen lernen durfte.

Ich verlinke noch bei dieser Verlosung von lila lotta hier, so wird die Nähmaschinensammlung hoffentlich noch bekannter und größer.

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