Jedediah Jeans

Nach vielen (gelungenen) Kinder-Hosen habe ich nun endlich mal eine für Erwachsene gemacht.

Auch wenn alle von der Ginger Jeans schwärmen-mir erscheint sie für meinen Geschmack zu körperbetont und außerdem hat für mich eine richtige Jeans keinen Elasthan-Anteil. Weil es seit Jahrzehnten nur noch seltsame Moden gibt, habe ich meine letzten Lieblingsjeans (vor den Schwangerschaftshosen) in der Herrenabteilung eingekauft (sehr zum Entsetzen der Verkäufer_innen).

After sewing a lot of (well done) kids trousers, I’ve made some grown-up jeans now. Even everybody is a fan of ginger jeans-for me they seem too skinny and in my opinion a jeans isn’t sewn out of stretchy materials. Because there are only strange fashions available since years, I bought my last beloved trousers (before the pregnancy ones) in the male part of the store. Seems logic to try a men’s pattern now, too-thats how I choose the Jedediah Pants from Thread Theory. First, the front pockets are partly doubled and then stitched to the front parts. Normally I prefer curved pockets so I’m excited how I will like these ones.

Es liegt also nahe, dass ich mich jetzt lieber an einem Herrenschnitt  versuche, dazu habe ich die Jedediah Pants von Thread Theory auserkoren. Zunächst werden die Taschen zum Teil mit Außenstoff gedoppelt und dann an die vorderen Hosenteile genäht. Eigentlich mag ich geschwungene Tascheneingriffe lieber – mal sehen, wie mir die Hose dann am Schluss gefällt.

Die hinteren Taschen werden erst mit dem Zierstich versehen, dann die obere Kante versäubert und rechts auf rechts mit wenigen Stichen fixiert. Ein kurzer Schnitt bis zur Naht, anschließend wird gewendet und von rechts abgesteppt. Ich habe die Tasche dann mit umgeklappter Nahtzugabe mit Stecknadeln fixiert und auf das Hosenhinterteil gesteckt. Wie alle sichtbaren Nähte habe ich auch hier den Dreifach-Elastikstich mit türkisem Garn (passend zum Taschenfutter) verwendet. Um den hinteren Sattel anzunähen, habe ich zum ersten Mal diese Methode der doppelten Kappnaht verwendet: links auf links (von der später sichtbaren Seite her gleich mit Dreifachstich) aufeinander nähen. Dann Nahtzugabe des hinteren Beins kürzen, Nahtzugabe von oben umklappen und stecken, anschließend nochmals knappkantig steppen. Das ergibt eine sehr haltbare Doppelnaht (Kappnaht), die nicht versäubert werden muss. Analog wird die Innenbeinnaht gearbeitet.

The back pockets are getting their individual stitched design, first, then the upper rim is being selvaged. Right side on right side the upper part of the pocket is sewn together with a few stitches before turned out to the right after a short cut. Now topstitch at about 5/8″. The seam allowances are fixed to the inside, the whole pocket is stitched onto the back parts. I made a lap-felled seam the first time while sewing the yokes to the back parts. Sew from the later visible side together, then trim the seam allowance on the later invisible part (here the back leg). Fold yokes seam allowance over the trimmed part and stitch with little tolerance towards the back leg. Same way the inner leg seam is worked. From the pocket flowery fabric I made metres of serging band which was sewn to all four cutting edges of the outside seams. 

Für die Aussenbeinnähte habe ich meterweise Schrägband aus dem geblümten Taschenstoff gemacht und an die Außenkanten der Hosenteile sowie in den Schritt genäht. Das Einsetzen des Reißverschlusses klappte zwar gut, ich habe aber immer noch nicht restlos verstanden, was ich da tue. Anschließend wurden die Nahtzugabe der Schrittnaht nach links geklappt und doppelt mit dem Dreifachstich abgesteppt. Gar nicht so einfach, das faltenlos und gleichmäßig zu schaffen um die Rundungen herum!

Die Gürtelschlaufen wurden mit ein paar Stichen in der Nahtzugabe der Hose rechts auf rechts fixiert, dann der Bund von rechts angenäht. Jetzt habe ich an die offene Bundseite wieder Schrägband angebracht. Der Bund wird rechts auf rechts zusammengesteckt, soweit das geht (die Hose verschwindet dann im Tunnel) und am hosenseitigen Rand sowie an der Verschlussseite zusammen genäht. Nach dem Beschneiden der Nahtzugabe wurde dieser Teil gewendet und ausgeformt. Am Ende dieses Stücks kommt nun die mit Schrägband versäuberte Kante wieder „raus“. Von rechts wird der Bund jetzt gesteckt und knappkantig am unteren Rand fixiert. Alle Gürtelschlaufen nochmals füßchenbreit an die Hose steppen, dann am oberen Ende einschlagen und mit schmalem Zick-Zack (bei mir: Extra-Stich für Riegel) am oberen Rand des Bunds fixiert.

Sewing in the zipper was no problem-but I yet didn’t fully understand what I’m doing. The seam allowance between left and right is flapped to the left of the trousers and afterwards topstitched twice. Wasn’t easy at all with all those curved edges! Now the belt loops are fixed with a few stitches on top of the trousers before the waistband is stitched on. I serged the oven edge of the waistband with more of the flowered fabric. Now the waistband is sewn together a few inches right side to right side and turned out after trimming the seam allowance. By stitching the lower edge of the waistband, it is fixed inside folded half. The belt loops are fixed on the trousers once more before flapped up and secured with a little zigzag. To complete the trousers, only hem and button are missing. I had to cut a lot of overlength, button hole and a repacement-button from a bougt jeans was working fine. Its a pitty but I don’t like the form – I wouldn’t have bought it when trying it in a store.

Fehlt nur noch der Saum und Knopf samt Knopfloch (der Ersatzknopfkiste und einem Schraubstock sei Dank). Erst habe ich darüber nachgedacht, einfach unten zu zumachen und das Ganze als Strumpfhose zu definieren, habe dann aber doch noch 10 cm abgeschnitten bevor ich doppelt umgeschlagen gesäumt habe. Das Knopfloch ging problemlos und so habe ich jetzt also eine Jeans. Leider überzeugt mich die Form nicht-kaufen würde ich diesen Schnitt so sicher nicht im Laden.

 

Schnitt: Thread Theory Jedediah Pants Gr. 36

Stoffe: Denim von Stoffe.de ohne Elastan, 2m haben gereicht. Reststück Popeline bedruckt mit Blümchen von Hilco.

Änderungen: viiiel zu lang (hier konnten 10 cm weg) und am Sattel sollte ich nächstes mal gleich eine Hohlkreuzkorrektur vornehmen. Beides in der Anleitung vermerkt.

Verlinkt: RUMS, DIY your closet, 12 letters of HandMade fashion J , Meertje, crealopee, Lieblingsstück4me, 1 Jahr 10 Outfits

Categories: Genäht

6 comments

  • Nähhörnchen

    Wow, hast du dir eine Arbeit gemacht! Nicht nur all die Steppnähte und Schrägbandversäuberung sondern auch die Dokumentation. Und wer solche Gürtelschlaufen näht, kann sich meiner Bewunderung sicher sein. Aber wieso hast du nicht mal kurz probegeheftet, bevor dir mit fest betonierten Kappnähten der Sitz nicht gefällt?

    • Christine

      Die Dokumentation war/ist hauptsächlich für mich selbst, sollte ich das je nochmal machen, muss ich nicht wieder so viel denken, bis ich verstehe, was gemeint ist.

      Ich finde, sitzen im Sinne von „passen“ tut sie ganz gut. Mir gefällt die Form ansich nicht so, dass ich sie jetzt zehnmal nähe, das liegt massiv an der Taschenlösung und ein bisschen am karottigen Bein. Heften hätte da wenig geholfen, ich glaube ich brauche einen anderen „Style“ – soviel grundlegende Änderungen nötig. Das war ein „Versuch“, ob der Schnitt was sein könnte. Vermutlich ist „von passender Jeans abnehmen“ die Lösung-aber ich wollte die tollen englischen Schnitte mit exakt der richtigen Nahtzugabe usw. lieber haben als selbst zusammengemurkstes…

  • Nähhörnchen

    Alles klar. In beider Hinsicht, mir sind Knie abwärts gerade Beine auch lieber und beim Schnitt abnehmen habe ich auch schonmal „Arsch-frisst-Hose“ erzeugt. Kopieren ist gar nicht so leicht, wie man denken mag.

  • Astrid

    Hallo Christine,
    was für eine Mühe! Sowohl mit dem Nähen als auch mit der Dokumentation und den einzelnen Bildern. Sehr interessant.

    So hat sich die ganze Arbeit gelohnt. Besonders gut gefallen mir die Absteppungen mit dem türkisfarbenen Garn. Klasse! Auch wenn es nicht deine Lieblingsjeans geworden bist, hast du zumindest die Hürde genommen, überhaupt mit einer Jeans anzufangen. Respekt.

    LG, Astrid

    • Christine

      Ich trage Sie viel und gewöhnen mich dran… Eine Mischung aus Eintragen und Gewöhnung macht jetzt, dass ich sie trotzdem gern habe mittlerweile. Und die nächste nach anderem Schnitt ist grade in der Mache.

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